Das Wireless Life – Sebastians (Um)Weg zum Online-Business mit Wunschkunden

Hauptsache ein laufendes Business, das war lange Zeit die Devise – bis meine Kunden mich in den Wahnsinn getrieben haben. Heute bringe ich ortsunabhängige Unternehmer zusammen, die es besser machen wollen.

Die Momentaufnahme

Wir sitzen gemeinsam mit 12 Selbständigen am Strand von Bali und genießen den Sonnenuntergang mit einer Kokosnuss in der Hand. Tagsüber haben wir in einer großen Villa gemeinsam gearbeitet, uns ausgetauscht und voneinander gelernt. Diese Zusammentreffen mit einer Dauer von 2-3 Wochen sind bekannt als sog. Workations – ein Mix aus Work & Vacation.

Wir selbst bezeichnen uns als digitale Nomaden – ortsunabhängige Selbständige, die ihre Produkte und Dienstleistungen online von überall auf der Welt aus anbieten können. Was uns alle verbindet, ist die Grundmotivation zu mehr Freiheit und Selbstbestimmung. Ich bin Sebastian Kühn und habe das große Privileg, diese Menschen zu vernetzen und inspirieren zu dürfen.

Was uns alle verbindet, ist die Grundmotivation zu mehr Freiheit und Selbstbestimmung. Klick um zu Tweeten

Von der Festanstellung in die Abhängigkeit von Kunden

Sechs Jahre zuvor habe ich gerade meinen Master in International Business abgeschlossen. Zuvor war ich in verschiedenen Unternehmen im Marketing und Verkauf tätig. So richtig wohlgefühlt habe ich mich in der Festanstellung aber nie. Was mir fehlte, war mehr Mitbestimmung.

Den Schritt in die Selbständigkeit habe ich bis Ende Zwanzig nicht gewagt, da ich immer zuerst an hohe Risiken und Investitionen gedacht habe. 2012 zog ich gemeinsam mit meiner Freundin für eine letzte Anstellung nach Shanghai. Als die Frustrationsgrenze dann endgültig erreicht war, habe ich den Sprung gewagt. Als Freelancer habe ich mich mit Übersetzungen für englischsprachige Anbieter von Apps, die in den deutschen Markt wollten, selbständig gemacht. Nach ein paar Monaten konnte ich gut davon leben. Es waren weder ein Business Plan noch Startkapital nötig.

Als die Aufträge größer wurden, habe ich Arbeiten an andere Freelancer ausgelagert und meine Services nicht mehr als Person, sondern als Agentur verkauft. Der Umsatz stieg schnell, so aber auch die Probleme, die mit der Koordination zwischen Kunden und Freelancern kamen. Finanziell gesehen ging es mir gut. Erfüllend war die Arbeit rein gar nicht und meine Klienten waren so ziemlich die letzten Personen, mit denen ich mich gerne mal auf einen Kaffee getroffen hätte.

Mehr Leidenschaft musste her

Neben der Übersetzungsagentur habe ich mein Geld mit Produktvergleichsseiten und dem Online-Handel verdient. All diese Unternehmungen entsprachen nicht meiner Leidenschaft, waren aber wenig zeitintensiv, so dass mir genügend Zeit blieb, um nebenbei die Plattform Wireless Life zu starten.

Ohne Monetarisierungsabsicht habe ich auf einem Blog begonnen, meine Erfahrungen im Online Business zu dokumentieren. Außerdem schrieb ich über das Leben im Ausland und die verschiedenen Möglichkeiten, unabhängig von einem festen Ort und Bürozeiten zu arbeiten. Die Texte sind auf großartige Resonanz gestoßen, so dass ich eine Online Community für digitale Nomaden gründete, regelmäßige Meetups und Workations veranstaltete und mit dem Wireless Life Guide ein ausführliches Handbuch schrieb.

Meine Angebote beinhalteten genau die Dinge, die ich selbst kaufen würde. Klick um zu Tweeten

Meine Angebote beinhalteten genau die Dinge, die ich selbst kaufen würde. Das sorgt dafür, dass mir meine Kunden von ihrer Einstellung, ihren Interessen und ihrem Wertekompass her sehr ähnlich sind. Die Käufer meiner Informationsprodukte, die Teilnehmer von Workshop und die Klienten, die ich via Skype berate, sind nicht einfach nur Kunden; es sind Menschen, mit denen ich privat auch gerne meine Zeit verbringe. Das war es endlich – mein Wunschkundenbusiness.

Eine flexible Basis mit unendlichen Möglichkeiten

Die Übersetzungagentur und auch die Produktvergleichsseiten gibt es heute nicht mehr. Was geblieben ist, ist die Plattform Wireless Life, die mir nicht nur ein mittleres vierstelliges Einkommen beschert, sondern im Einklang mit meiner Grundmotivation steht:

Auf Wireless Life zeige ich, wie andere Menschen und ich die digitale Selbständigkeit als Werkzeug nutzen, um sich wieder mehr Freiheiten in ihr Leben zurückzuholen.

Es gibt immer noch viele Hürden, denen ich tagtäglich begegne. Dazu gehört die richtige Balance zwischen Work, Life, Reisen und Beziehungen. Dazu gehören bürokratische Probleme, die mit dem wohnsitzlosen Leben einhergehen. Und dazu gehört auch, das ständige Ausprobieren, Hinfallen und wieder Aufstehen.

Aber es sind genau diese Herausforderungen, die mein Leben auch ungemein bereichern. Durch die offene und authentische Kommunikation mit meinen Wunschkunden habe ich eine treue Folgerschaft gewonnen, für die ich immer wieder neue Problemlösungen entwickeln kann. Wireless Life ist ein Spielplatz und ein Business zugleich, das keine klaren Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit kennt.

DREI FRAGEN AN SEBASTIAN

WAS WAR DIE SCHWIERIGSTE SITUATION, DIE DU GEMEISTERT HAST? 

Ach – den richtig großen Knall gab es nie, aber viele Stolpersteine. Im Weg standen mir dabei ganz klar limitierende Glaubenssätze, die mich lange von der Umsetzung meiner Träume zurückgehalten habe. „Du bist nicht für die Selbständigkeit gemacht“ oder „Du kannst doch nicht 100+ Euro für eine Beratungsstunde verlangen“ sind nur zwei Beispiele. Mit Hilfe vieler Bücher, Coachings und Selbstreflektion konnte ich diese Glaubenssätze entkräften, auch wenn sie vereinzelt immer noch ihr Unwesen in meinem Kopf treiben.

WAS WAR DIE WICHTIGSTE LEKTION, DIE DU GELERNT HAST?

Es gibt zwei wichtigste Lektionen. Erstens, ich muss mir gestatten, auch mal zu scheitern. Mindestens die Hälfte meiner Geschäftsideen sind gründlich in die Hose gegangen. Ich konnte daraus lernen und die Fehlschläge haben mir dabei geholfen, es beim nächsten Versuch besser zu machen. Zweitens, es ist ein Krampf, etwas an Kunden verkaufen zu wollen, mit denen ich keine gemeinsame Schnittmenge habe. Wenn ich mich von Anfang an auf meine Wunschkunden konzentriere, dann wird alles Weitere leichter.

Wenn ich mich von Anfang an auf meine Wunschkunden konzentriere, dann wird alles Weitere… Klick um zu Tweeten

WAS HAT DIR AM MEISTEN GEHOLFEN? 

Das Selbststudium mit Büchern, im Internet und durch Vorträge hat mir ein gutes Wissensfundament gegeben. Aber so richtig beschleunigt hat sich mein Wachstum als Person und Unternehmer immer dann, wenn ich mich mit Menschen vernetzt und ausgetauscht habe, die ich bewundere und die schon einen Schritt weiter sind als ich. Das ist sowohl online (z.B. in Facebook-Gruppen) passiert, wie auch im echten Leben auf Konferenzen, Meetups und Seminaren.

DIE DNA VON SEBASTIANS WUNSCHKUNDENBUSINESS

Wunschkunden: Positiv denkende Menschen, die mit einem sinnerfüllten, digitalen Geschäftsmodell ortsunabhängig leben möchten

Problem&Lösung: Problem: Wissenslücken und der Austausch mit Gleichgesinnten. Lösung: Informationen und eine Online/Offline-Community

Begeisterungsfaktoren: Authentizität und wertvolle kostenlose Informationen

Kaufoptionen: Handbuch (57 Euro), Online-Kurse (100-200 Euro), Workations (400-800 Euro) und individuelle Beratung (ab 200 Euro) -> eine Produkttreppe, die verschiedene Formate für jedes Budget bietet

Kunden gewinnen: kostenlose Inhalte (die über Google gefunden werden), Empfehlungen von begeisterten Kunden und Kooperationen mit Anbietern im gleichen Marktsegment (gemeinsame Webinare, Gastbeiträge, Veranstaltungen, Produkt-Bundles, …)

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